Vertrauen und Gewalt

Versuch über eine besondere Konstellation der Moderne

Von:Reemtsma, Jan Philipp

ISBN: 9783936096897

ISBN-10: 3936096899

Artikelnummer: 162978

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Hamburger Edition,

Ln ,2008 ,576 Seiten

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Die Probleme der Gewalt sind immer noch sehr dunkel, schrieb Hannah Arendt vor rund 40 Jahren. Und dieses Diktum, so konnte man noch Anfangder 1990er Jahre im Sonderheft der Deutschen Zeitschrift f?r Soziologie lesen, gelte unver?ndert. Warum sich die Soziologie mit den Ph?nomenen der Gewalt so schwer tut, ist eine der zentralen Fragen, mit denen sich das vorliegende Buch besch?ftigt. In seiner Studie analysiert Jan Philipp Reemtsma zun?chst, was Vertrauen und vor allem Vertrauen in die Moderne hei?t - und in welcher Weise dieses Vertrauen an die besonderen Legitimationsanforderungen gebunden ist, denen der Gebrauch von Gewalt in der Moderne unterworfen ist. Er fragt, wie extreme Destruktivit?t neben dem modernen Programm der Gewalteinschr?nkung oder trotz dieses Programms bestehen kann und warum und wie das Vertrauen in die Moderne ungeachtet der Gewaltexzesse des 20. Jahrhunderts fortbesteht. Das Buch untersucht die Ph?nomene der Gewalt in ihrem unterschiedlichen K?rperbezug und in ihrem Verh?ltnis zur Aus?bung von Macht, es fragt, aus welchem Grund bestimmte Gewaltformen in der Moderne tabuisiert worden sind, obwohl sie nach wie vor fortbestehen, und in welcher Weise dieses Fortbestehen besondere Wahrnehmungs- und Analyseschwierigkeiten produziert. Dieser Blick auf die Moderne konkurriert nicht mit anderen, sondern erg?nzt sie und bedient sich dabei einer besonderen Beschreibungstechnik. Weitr?umige ?berblicke ?ber historische, politische, literarische oder philosophische Entwicklungen von der Antike bis in unsere Gegenwart wechseln mit einer Konzentration auf konkrete Ereignisse ab; soziologische Reflexionen und historisches Beispielmaterial werden durch philologische Analysen erg?nzt und zum Beispiel anhand einer Auseinandersetzung mit William Shakespeare als einem Theoretiker von Macht und Gewalt oder anhand einer Betrachtung von Friedrich Schillers Konzeption des Desperado im Wilhelm Tell verdeutlicht. Jan Philipp Reemtsma hat eine Arbeit vorgelegt, die geeignet ist, eingefahrene und gewohnte Sichtweisen aufzubrechen und das Verst?ndnis der Beziehung, die zwischen Vertrauen, Gewalt und Macht herrscht, zu erweitern.

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